Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien

Veröffentlicht von Peter Glinski

In Bulgarien ist ein erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Die Seuche ist an der Ostgrenze im Raum Warna unweit des schwarzen Meeres ausgebrochen. Der bulgarische Landwirtschaftsminister lässt in einer drei Kilometer breiten Schutzzone alle Schweine auf ASP testen. In Rumänien schlagen Eindämmungsversuche fehl.

Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: KauerMross/DJV)
Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: DJV)

(Berlin, 3. September 2018) Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Bulgarien nachgewiesen worden. Das bestätigte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am 31. August 2018. Bulgarischen Medien zufolge ist die Krankheit im Dorf Tutrakanzi im Raum Warna ausgebrochen, unweit des Schwarzen Meeres. Sie wurde in sieben Schweinen nachgewiesen, von denen vier bereits tot waren. Drei weitere wurden getötet und entsorgt.

Bulgarien hatte im Juli begonnen, einen 130 Kilometer langen Schutzzaun zum im Norden angrenzenden Rumänien zu errichten, wo die Seuche erstmals im Juni 2018 nachgewiesen wurde. Dem landwirtschaftlichen Fachmedium agrarheute.com zufolge ist Rumänien derzeit mit 700 erkrankten Tieren europäischer Spitzenreiter bei ASP-Infektionen in Hausschweinbeständen. Dabei sei auch der größte rumänische Schweinemastbetrieb betroffen, wo in den kommenden Wochen 350.000 Tiere getötet werden sollen. Der Direktor der rumänischen Tiergesundheitsbehörde, Gigu Dragna, hat gegenüber agrarheute.com eingeräumt, dass man sich beim Versuch der Eindämmung auf den Landweg konzentriert habe. Nach mehreren Vorfällen von schwimmenden Hausschweinkadavern in der Donau liege nun die Vermutung nahe, dass Kleinsthalter ihre toten Tiere im Fluss entsorgt hätten und sich die ASP auch über den Wasserweg verbreite.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft Jagdreisende in osteuropäische Länder zu besonderer Vorsicht auf. Jäger sollten nach dem Jagdaufenthalt ihre Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Das BMEL empfiehlt Jägern, die mit dem eigenen Auto anreisen, dieses möglichst nicht für Revierfahrten zu nutzen und noch vor Antritt der Rückreise zu desinifizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinifiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte der Jäger gleichzeitig Schweinehalter sein, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Jagdreisen in betroffene Gebiete zu verzichten. Die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit nach Deutschland und eine mögliche Verbreitung ist der Mensch - etwa über infizierte und falsch entsorgte Wurstwaren.

 






 

DJV 03.09.2018

Unkooperativer Landwirt verurteilt: Kitzrettung ist ein Muss von Christian Liehner am 02.08.2018

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

 

Der Landwirt habe sich nicht ausreichend darum gekümmert, dass keine Kitze zu Tode kommen, urteilte das Amtsgericht Gießen


Ein Landwirt aus der Nähe von Rabenau (Landkreis Gießen) in Hessen ist am Mittwoch, 1. August, zu einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Euro verurteilt worden. Bei Mäharbeiten auf einer drei Hektar großen Wiesenfläche waren ihm gleich drei Rehkitze ins Mähwerk geraten. Die Vorsitzende Richterin folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft die 75 Tagessätze zu je 100 Euro gefordert hatte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der Redaktion bestätigte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Landwirt nicht genug zum Schutz der Kitze unternommen habe. „Sie haben es darauf ankommen lassen“ zitiert die Gießener Allgemeine Zeitung die zuständige Staatsanwältin. Da die Wiese zwischen zwei Waldflächen liegt habe der Landwirt gerade im Mai und Juni damit rechnen müssen, dass dort Kitze im Gras versteckt liegen. 

Jagdpächter beklagt fehlende Kooperation

Auf der Wiese kämen jedes Jahr Kitze zu Tode, trotzdem gebe es seit Jahren keine Kommunikation zwischen Landwirt und Jäger vor der Mahd. Daher habe er sich zur Anzeige gezwungen gesehen, sagte der zuständige Revierpächter aus.

Ein befragter Sachverständiger zog die Aussage des Beklagten, er sei die Wiese vor dem Mähen selbst gründlich abgelaufen, in Zweifel – dazu hätte er auf der 30.000 Quadratmeter großen Fläche etwa sieben Kilometer laufen müssen. Ein Helfer des Landwirts sah den Angeklagten jedoch zehn Minuten nach Eintreffen auf der Wiese bereits wieder auf die Maschine steigen zum Mähen.

Im Verfahren zeigte sich der Landwirt wenig einsichtig, es sei ihm immer noch ein Rätsel wie die Tiere zu Tode gekommen seien, die Entscheidung zum Mähen sei kurzfristig gefallen. Ob der Angeklagte das Urteil akzeptiert ist noch unklar. CL

Quelle: Jagderleben 08.2018

 






 

 

Zuviel Rotwild?

Veröffentlicht von Peter Glinski

Keinesfalls zu viel Rotwild – Staat jagt falsch

 

Schälschäden durch Rotwild sind vielen Waldbesitzern ein Dorn im Auge.


Erste Ergebnisse einer von der Hegegemeinschaft Erzgebirge beauftragten Studie der TU Dresden

kommen zu der Aussage, dass im Untersuchungsgebiet keinesfalls zu viel Rotwild vorhanden ist.

Es werde nach Ansicht von Prof. Dr. Dr. Sven Herzog aber falsch bejagt. Der Wildökologe kritisiert

vor allem den zu hohen Jagddruck, die Bejagung auf Wildwiesen sowie die Drückjagden im Januar.

Folge der falschen Bejagung seien Schälschäden.

Hegegemeinschaft erhebt Vorwürfe gegen Sachsenforst

Die Hegegemeinschaft Erzgebirge sieht sich in ihren erhobenen Vorwürfen gegen Sachsenforst bestätigt.

Herzog appelliert an die Konfliktparteien den Streit zu beenden und fordert alle Beteiligten zur Kooperation auf.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr“, warnt Herzog.

Quell. Jagderleber 07/18

 





 

Pressemitteilung LJV Hessen

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

Mitglieder-Newsletter

Liebe Jägerinnen und Jäger,

Sie erhalten eine Pressemitteilung des Landesjagdverbandes Hessen zur Information:
 

Schwarzer Tag für Hausbesitzer und den Artenschutz

12.06.2018 (Bad Nauheim). Die heute vom hessischen Umweltministerium veröffentlichten Managementpläne für den Umgang mit invasiven Arten wie z. B. den Waschbären stehen dem Artenschutz aber auch den Interessen geschädigter Haus- und Grundstücksbesitzer diametral entgegen. Der Landesjagdverband Hessen sieht die Vorgaben der EU, die eindeutig eine Eindämmung dieser Arten vorsehen, als nicht erfüllt. Insbesondere eine Schonzeit von März bis August, wie sie für den Waschbären seit 2016 in Hessen besteht, erschwert die von der EU geforderte Zurückdrängung.  

Im vergangenen Jahr hatte das Umweltministerium erste Entwürfe der Managementpläne veröffentlicht und Bürger sowie Verbände und Experten aufgefordert, ihr Wissen und ihre Erfahrungen einzubringen. Der LJV Hessen sieht die Stellungnahmen über das Anhörungsportal als Makulatur, da die nun vorliegenden endgültigen Pläne eher eine Verschlechterung mit sich bringen. Die EU-Verordnung fordert ausdrücklich die Eindämmung des Waschbären und nicht nur präventive Maßnahmen.

Die hessischen Jägerinnen und Jäger müssen flächendeckend und ohne eine ideologisch geprägte Schonzeitenverordnung – unter Beachtung der Elternzeit – agieren dürfen. Nur so kann der Bestand der Waschbären dezimiert und einer weiteren Ausbreitung entgegengewirkt werden.

Das nun überarbeitete und vorgestellte Management- und Maßnahmenblatt zum Waschbären relativiert in einem noch stärkeren Maße die negativen Auswirkungen dieses Neozoon auf bedrohte heimische Arten.

Zudem wird die lokale Populationskontrolle durch jagdliche Mittel, in Bereichen, in denen der Waschbär eine erhebliche Gefahr für bedrohte Arten darstellt, durch die Forderung begleitender Monitoringmaßnahmen und die Festlegungen auf Erfolgsnachweise innerhalb eines bestimmten Zeitraums deutlich erschwert.

Der Waschbär steht auf der Unionsliste und wurde von einem internationalen Expertengremium als invasiv bewertet. Ganz im Gegensatz zur Aussage von Umweltministerin Priska Hinz „… Nicht alle invasiven Arten sind überall problematisch…“, sieht der LJV invasive Arten immer als problematisch an, da sie negativ in heimische Ökosysteme eingreifen – wie die Definition des Begriffes „invasiv“ bereits darlegt.

Haus- und Grundstücksbesitzer besonders in Nord- und Mittelhessen sind oft mit hohen Schäden an Gebäuden aber auch in Gärten oder Obstbäumen konfrontiert. Für viele bedrohte, im Feld lebende Arten wie das Rebhuhn oder den Feldhamster ist der Waschbär ein zusätzlicher Fressfeind. Um diese Arten zu schützen, ist eine ganzjährige intensive Bejagung der Waschbären unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes zwingend notwendig.


Waschbären dringen häufig über das Dach in Häuser ein und verursachen dort teilweise enorme Schäden. Quelle: Seifert/DJV
 

Ein Punkt der Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit hingegen ist eine Kapitulation vor dem Waschbären: „Die Öffentlichkeit soll darüber unterrichtet werden, dass auf das Anbringen handelsüblicher Nistkästen für Vögel und Fledermäuse in Gebieten zu verzichten ist, in denen solche Kästen regelmäßig von Waschbären ausgenommen werden“.

Zur weiteren Information stellen wir Ihnen das 5-Punkte-Papier des Deutschen Jagdverbandes „Stärkung der Jagd auf Waschbär & Co. gefordert" sowie das vorliegende Management- und Maßnahmenblatt „Waschbär“ zum Download zur Verfügung.

Download: Pressemeldung als PDF

Download: 5-Punkte-Papier des DJV

Download: Management- und Maßnahmenblatt Waschbär

Herzliche Grüße

Markus Stifter
Pressesprecher






 

Jagdgegner scheitern vorBundesverwaltungsgericht

Veröffentlicht von Peter Glinski

Jagdgegner scheitern .

 

Verbände & Stiftungen können auch weiterhin die Jagd auf ihrem Grundstück nicht verbieten.


Seit 2013 können Einzelpersonen, deren Privatflächen in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk liegen,

die Befriedung ihres Grundstücks beantragen, um die Jagd dort ruhen zu lassen. Grundlage dafür

ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Für juristische Personen - beispielsweise Verbände - ist

dies jedoch nicht möglich. In einem erneuten Anlauf haben zwei Stiftungen aus Bayern und Niedersachsen versucht,

dieses Recht ebenfalls für sich zu beanspruchen.

Die „Stiftung Hof Butenland – Lebenshof für Tiere“ und die „Internationale Gabriele-Stiftung Verwaltungs-GmbH“ reichten

Verfassungsbeschwerde ein. Sie fühlen sich in ihren Grundrechten verletzt und fordern die Befriedung eigene

r Grundstücksflächen aus ethischen Gründen. Der Rechtsstreit zieht sich bereits seit einigen Jahren.  

Jahrelanger Rechtsstreit

Seit 2004 versucht die Internationale Gabriele-Stiftung verwaltungsrechtlich das Ruhen der

Jagd auf ihren Flächen durchzusetzen. Jedoch scheiterten sie damit bereits 2010 vor dem

Bundesverwaltungsgericht. Daraufhin hatten sie Verfassungsbeschwerde eingereicht, welche jedoch

nun zum zweiten Mal abgewiesen wurde. Damit ist es juristischen Personen weiterhin

nicht möglich, Flächen von der Jagd auszunehmen. HR

 

Qulle Jagderleben 2018